IT-Sicherheit 6 Min. Lesezeit

IT-Sicherheits-Check selbst durchführen — Kurzanleitung

Wie sicher ist Ihre IT wirklich? Diese 7 Fragen helfen kleinen Unternehmen, ihre wichtigsten Sicherheitslücken selbst zu erkennen — ohne technisches Vorwissen.

Viele Inhaber kleiner Unternehmen haben ein ungutes Gefühl, wenn sie an IT-Sicherheit denken. Nicht weil sie wissen, dass es Probleme gibt — sondern weil sie es nicht wissen. Und das ist die eigentliche Lücke.

„Irgendwie läuft es” ist keine Sicherheitsstrategie. Gleichzeitig fehlt oft die Zeit, sich tiefer damit zu beschäftigen. Das Ergebnis: IT-Sicherheit bleibt im Ungefähren — bis etwas passiert.

Die gute Nachricht: Sie brauchen kein technisches Fachwissen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Die folgenden 7 Fragen zeigen, wo Ihre wichtigsten Risiken liegen — und wo Sie konkreten Handlungsbedarf haben.

Wie Sie diese Checkliste nutzen

Beantworten Sie jede Frage ehrlich mit Ja, Nein oder Ich weiß es nicht. Ein „Ich weiß es nicht” ist dabei genauso ein Warnsignal wie ein klares Nein — denn fehlende Klarheit ist selbst ein Sicherheitsrisiko.


Frage 1: Werden alle Geräte und Programme regelmäßig aktualisiert?

Sicherheitsupdates sind kein Komfort-Feature. Sie schließen bekannte Schwachstellen, die Angreifer aktiv ausnutzen. Laut BSI gehen die meisten erfolgreichen Angriffe auf KMUs auf veraltete Software zurück — nicht auf ausgeklügelte Hackerangriffe.

Was „Ja” bedeutet: Updates laufen automatisch oder werden regelmäßig manuell eingespielt — auf allen Geräten, einschließlich Drucker, Router und mobile Endgeräte.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Es gibt wahrscheinlich Geräte in Ihrem Unternehmen, die seit Monaten oder Jahren keine Sicherheitsupdates mehr erhalten haben. Das ist eine offene Tür für Angreifer.

Besonders kritisch: ältere Windows-Versionen (z. B. Windows 10 ohne aktive Wartung ab Oktober 2025) und nicht gewartete Router.


Frage 2: Nutzen alle Mitarbeitenden sichere, einzigartige Passwörter?

Schwache oder mehrfach verwendete Passwörter sind nach wie vor einer der häufigsten Einfallstore. Ein gestohlenes Passwort aus einem Datenleck reicht aus, um Zugang zu Ihren Geschäftsdaten zu bekommen — wenn dasselbe Passwort auch für andere Dienste verwendet wird.

Was „Ja” bedeutet: Im Unternehmen wird ein Passwort-Manager genutzt (z. B. Bitwarden, 1Password) und Zwei-Faktor-Authentifizierung ist für wichtige Dienste aktiviert.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Passwörter werden wahrscheinlich mehrfach verwendet, sind zu kurz oder folgen einem vorhersehbaren Muster. Das lässt sich ändern — aber man muss es erst wissen.


Frage 3: Haben Sie ein funktionierendes Backup — und wurde es zuletzt getestet?

Ein Backup zu haben und ein funktionierendes Backup zu haben sind zwei verschiedene Dinge. Viele kleine Unternehmen entdecken erst bei einem echten Datenverlust, dass ihr Backup entweder nicht aktuell, nicht vollständig oder nicht wiederherstellbar war.

Was „Ja” bedeutet: Ihre Daten werden automatisch gesichert, das Backup liegt an mindestens einem externen Ort (z. B. Cloud), und Sie haben in den letzten 12 Monaten eine Testwiederherstellung durchgeführt.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Im Ernstfall — Ransomware, Festplattendefekt, versehentliches Löschen — stehen Sie möglicherweise ohne Ihre Geschäftsdaten da.

Die 3-2-1-Regel: 3 Kopien Ihrer Daten, auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 an einem externen Standort. Das ist der Mindeststandard.


Frage 4: Wissen Sie, wer Zugang zu welchen Systemen hat?

Zugriffsrechte wachsen in kleinen Unternehmen oft ungeplant: Ein Mitarbeitender bekommt einen neuen Zugang, ein alter bleibt nach dem Ausscheiden bestehen, jemand teilt ein Passwort „vorübergehend”. Das Ergebnis ist eine unübersichtliche Zugriffssituation, die kaum jemand mehr vollständig kennt.

Was „Ja” bedeutet: Sie können für jedes wichtige System sagen, wer aktuell Zugang hat. Zugänge werden beim Ausscheiden von Mitarbeitenden sofort deaktiviert.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Es gibt wahrscheinlich aktive Zugänge, die nicht mehr gebraucht werden — oder schlimmer: von Personen genutzt werden, die das Unternehmen längst verlassen haben.


Frage 5: Sind Ihre Cloud-Dienste sicher konfiguriert?

Microsoft 365, Google Workspace, Dropbox, DATEV — Cloud-Dienste sind aus dem Arbeitsalltag kleiner Unternehmen nicht wegzudenken. Das Problem: Sie sind von Haus aus nicht immer sicher konfiguriert. Viele Sicherheitsfunktionen müssen aktiv eingeschaltet werden.

Was „Ja” bedeutet: Für wichtige Cloud-Dienste ist Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv, Zugriffsrechte sind auf das Notwendige begrenzt, und externe Freigaben werden regelmäßig überprüft.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Ihre Cloud-Daten sind möglicherweise weniger geschützt als Sie denken — selbst wenn Sie von einem etablierten Anbieter nutzen. Die Sicherheit des Anbieters schützt die Infrastruktur, aber nicht Ihren Account.


Frage 6: Ist Ihr Team für Phishing sensibilisiert?

Phishing ist die häufigste Angriffsform auf kleine Unternehmen — und sie wird zunehmend schwerer zu erkennen. Täuschend echte E-Mails im Namen von Behörden, Banken oder sogar bekannten Kollegen können selbst aufmerksamen Menschen auffallen.

Was „Ja” bedeutet: Ihre Mitarbeitenden wissen, woran sie verdächtige E-Mails erkennen, es gibt eine klare Regelung, was im Zweifelsfall zu tun ist, und Sie sprechen das Thema regelmäßig an.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: Ein einziger Klick eines Mitarbeitenden auf einen schadhaften Link kann ausreichen, um E-Mails zu kompromittieren, Zugänge zu sperren oder Daten zu verschlüsseln.

Einen guten Spam-Filter einzurichten ist wichtig — aber er ersetzt keine Sensibilisierung. Die meisten Phishing-Mails schaffen es durch Filter.


Frage 7: Hat jemand den Gesamtüberblick über Ihre IT-Sicherheit?

Das ist die ehrlichste Frage von allen: Gibt es in Ihrem Unternehmen eine Person, die den Überblick über alle genannten Bereiche hat — und die aktiv dafür sorgt, dass diese Punkte nicht liegen bleiben?

Was „Ja” bedeutet: Es gibt einen festen Ansprechpartner (intern oder extern), der Ihre IT-Sicherheitslage kennt, regelmäßig prüft und Handlungsbedarf frühzeitig erkennt.

Was „Nein” oder „Ich weiß es nicht” bedeutet: IT-Sicherheit passiert bei Ihnen reaktiv — also erst dann, wenn etwas schiefgeht. Das ist für viele kleine Unternehmen der teuerste Ansatz.


Was Ihre Antworten bedeuten

5–7 × Ja: Gut aufgestellt. Es lohnt sich trotzdem, die offenen Punkte zu klären — denn auch eine Lücke kann reichen.

3–4 × Ja: Es gibt konkrete Handlungsfelder. Die gute Nachricht: Viele davon lassen sich mit überschaubarem Aufwand schließen.

0–2 × Ja (oder viele „Ich weiß es nicht”): Hier besteht dringender Klärungsbedarf — nicht weil eine Katastrophe unmittelbar bevorsteht, sondern weil die Grundlagen noch nicht stimmen und das Risiko spürbar erhöht ist.


Der nächste sinnvolle Schritt

Diese 7 Fragen geben Ihnen eine erste Einschätzung — aber keine vollständige Analyse. Denn was genau in Ihrer IT-Infrastruktur fehlt oder wie dringend einzelne Punkte sind, lässt sich nur mit einem strukturierten Blick auf Ihre konkrete Situation beantworten.

Genau dafür gibt es den kostenlosen IT-Sicherheits-Check: In 60 Minuten gehen wir gemeinsam durch Ihre IT-Sicherheitssituation — strukturiert, verständlich, ohne Systemeingriffe. Am Ende haben Sie einen klaren Status, priorisierte Maßnahmen und einen konkreten Report.

Kein Technik-Kauderwelsch. Kein Verkaufsdruck. Und kostenlos.

Jetzt kostenlosen IT-Sicherheits-Check anfragen →

David Simon – Ankerplatz IT

David Simon

IT-Betreuer für kleine Unternehmen am Niederrhein

LinkedIn